Raureif



Ein fein gesponn‘ner Schleier hüllt
den Wintergarten zärtlich ein.
Als Winters beste Malerin gilt,
des Raureifs kunstvoll‘ Tätigkeit.


Höchst filigran umrandet schmückt
sie auch das allerkleinste Blatt,
zum letzten Part im Jahresstück
verteilt sie eis‘ge Schönheit satt.


Buchskugeln haucht sie weiße Mützen,
jede Kontur verstärkt - zehnfach,
in Spiegelseen wandelt sie Pfützen.
Eiszähne grinsen frech vom Dach.


Gekrönt von tausend Nadelspitzen,
der Rosen Tod sie noch versüßt,
die standhaft noch am Stängel sitzen,
frostkonserviert fürs Paradies.


Ihr kalter Hauch schwankt durch die Gräser,
erbleicht im Tod, kristallgezackt.
Eisstarre Tränen füllen Gläser,
klirrendes Skål zum letzten Akt.



veredit©07

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