Möwenschrei

.
.



Zerstritten das Band,
die Teller zerschlagen.
Mit einem schmerzlichen
Knall schließt die Tür.
Du warst mir nie Heimat
in fünfzig Jahren,
die sehnsüchtig suchte
ich stets in dir.

Ich schau in den Spiegel
und seh deine Züge.
Mein Herz trägt die
Narben von deiner Hand.
Wollt‘ dass du auch mich
siehst als die, die ich bin
doch wortreich hast du
mein Hoffen verbrannt.

Mein Weg führt meerwärts
und drüber hinaus
die Muscheln,
die nehm ich noch mit.
Den Sand an den Füßen
streif ich einfach ab –
und doch schmerzt mich
jeder Schritt.


veredit©22.05.09





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Kommentare:

  1. ein Blick, ein Weg, ein Gedanke der meerwärts führt kann immer ein Anfang sein, denn im Meer lassen sich schmerzende Gedanken und Gefühle abwaschen ... ein starkes Gedicht mit sehr viel Gefühl ... Ursa

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  2. liebe ursa... ja, Du hast recht...das wichtig auch auf diesem Weg ist, wie ja eigentlich immer, der erste Schritt..

    vielen, vielen Dank für Deine verstehenden Worte

    veredit

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  3. Es ist nie zu spät, einen Schlussstrich zu ziehen, sich von Gewohntem zur trennen. Am Meer, zwischen Wasser und Land, da bleibt die Zeit stehen. Sind wir außerhalb der Zeit. Gut, um (seelische) Wunden ausheilen zu lassen.

    tjm.

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  4. Ich kann nur wieder und wieder sagen, liebe Isabella: Ich liebe dieses Gedicht in seiner Ohnmacht, Menschlicheit und Wahrheit.

    Herzliche Grüße
    ELsie

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  5. ja lieber Tasso, gerade das Aufarbeiten schmerzlicher Dinge, geschieht am Meer leichter als anderswo. Du hast recht, es ist die "Zeitlosigkeit" und auf Inseln auch das Gefühl der Losgelöstheit, die dabei sehr hilfreich ist.

    danke Dir
    veredit

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  6. liebe Elsie,

    und dieses Gedicht ist nicht zuletzt durch Deinen hilfreichen und sensiblen Impuls erst so richtig "rund" geworden.

    danke dafür und alles
    veredit

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  7. "Du warst mir nie Heimat
    in fünfzig Jahren".
    Was für eine eindringliche Tiefe - trotz aller Trauer, die darin steckt. Das sagt nicht bloß viel, das sagt alles.

    Liebe Grüße
    Helmut (Maier)

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  8. habe Dich bei Elsa gelesen. Deine Gedichte mag ich sehr. Gerade dieses zeigt so viel Menschlichkeit, Verletzlichkeit und jeder trägt sein Narbengewand mit sich herum.
    Tragen wir es mit Stolz.
    Grüße
    Barbara

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  9. Lieber Helmut,
    Dein verstehender Kommentar hat mich sehr berührt..und das darin enthaltene Lob macht mich stolz und glücklich.

    Danke
    Isabella

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  10. Liebe Barbara,

    ach da freue ich mich aber, Dich hier begrüßen zu dürfen. Ich habe mich bereits auf Deiner beeindruckenden Seite umgeschaut und werde sicherlich gerne wiederkommen ... zum Lesen und auch Schreiben, wenn ich darf und meine Zeit es zuläßt..

    Du hast recht, es ist ein Gewand, dessen ich mich nicht schäme, sondern das mich auch zu dem macht, was ich bin.

    herzlich
    Isabella

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