die Spur der kurzen Walzer

.



wenn  Akeleien bauschen
ihre reich berüschten Roben
wenn kurze Walzer
weite Spuren wehn
und Kind und Saat
sind eins

wohin und wann
ist ungewiss doch
wenn der Sommerwind
das Wiegenlied anstimmt
gleichsam bestimmend - frei
findet ein jedes seinen Weg






veredit©isabella.kramer 2013







.

reibeisen Nr. 30




                              reibeisen Nr. 30                                 
                                

 
Das Kulturmagazin aus Kapfenberg
 
Nr. 30

Jahrgang 2013
 
Europa
 
Literatur
 
Kreis Kapfenberg



  "erinnerungen am meer" von Isabella Kramer - veredit
 
            __
 
"keine wortfarben"  von Isabella Kramer - veredit

            __


"nephele - ein herbsttanz" von Isabella Kramer - veredit




ich bin sehr glücklich im neuen reibeisen mit 3 Texten vertreten zu sein.




.


.

die zeit der margeritensonnen

.



komm windbruder
wir wollen uns
an die felder schmiegen
mit duftenden gräsern
tanzen und wiegen
dem summen der bienen im klee
lauschen und liegen
nur der atem des sommers
zwischen dir und mir








veredit©isabella.kramer 2013






.

Spiegelgespräch



morgendlicher Dank euch
lustigen Punkten im Gesicht
Sonnensprossen zahllose
Lichttupfen gegen Einerlei
großzügig gesegnet mit
tausendfachem Spritzdekor
jenseits makellosen Porzellans
punktuelle Lebensfreude
zelltiefe Farbbekenntnis
gegen jeden Purismus
Sonnenlächeln
selbst an trüben Tagen
Pizzicato von Mutter Natur
geschenkt
Großvaters Schwanenweiß
getrotzt – zum Glück!
unstet, lichthungrig, ungebändigt
… ganz ich






veredit©isabella.kramer 2013







,

Marksky meint

 .


sollen sich doch die anderen streiten
wetteifern, grübeln, disputieren
dem trend nachspüren, die spur abschreiten
am eigenen safte sich goutieren

was schert es mich, mir grünt der mai
mit sonnenstund und regenschauer
mit fliederduft und heiteitei
entspannt sein war schon immer schlauer


ich brauch nicht viel, ein tütchen futter
die tauben teilen gern mit mir
die alte parkbank links vom luther
dient mir als frühlingshauptquartier


von dort lass ich dann ganz gelassen
den weltentrubel, trubel sein
die ein, zwei euro in den tassen
mehr als genug, das glück ist mein



veredit©isabella.kramer 2013



.

kein abenteuer

,



ach, wär‘ die welt noch überschaubar
die sehnsuchtslinien klar begrenzt
und der heimweg breit und eben


die segel weiß und gut gefüllt
mit worten machtvoll und stark
sturmfest und unverrückbar


der wind ein freund und nicht
beißend voller sand immer
von vorn mit scharfen zähnen


so wäre es keine kunst
kein abenteuer
das im spiegel lächelt ungewiss






veredit©isabella.kramer2013






angeregt durch das wundervolle Gedicht: Überschaubar von Herman Josef Schmitz
.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...