kein Rilke zum Advent

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kein rilke zum advent 


nichts treibt mich in den winterwald
es fehlen hirt und flockenherden
november schließt mit nassem dunkel 
und frieden wird’s wohl nie auf erden





veredit@isabella.kramer15




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Raureif






komm lass uns tanzen auf den frostbereiften feldern dem rauen charme des nebelgrauen uns ergeben die letzten blätter achtlos überspringen ganz novembrig werden mit dem sturm die arme breiten und die stirn nach nord stets hart am wind den möwen wilde flugmanöver zeigen schon im frühen dämmer staunend in die eisverzierten fenster träumen die klammen finger fest verschränkt das salz der tränen fortgeküsst und ungewisses einfach weggeliebt






veredit©isabella.kramer15




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ins Abseits

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ins Abseits


der winter droht mit sturm und kurzen tagen
so fass ich den alljährlichen beschluss
will mich ins abseits legen und nur schlafen
nie wieder aufstehen
höchstens wenn mein körper meint ich muss

will um mein winterbett zahllose kerzen stellen
berge von büchern horten ungelesen magisch, stets neu 
beides soll mir die lange nacht erhellen
denn abseits soll meines lebens neue mitte sein 
kein anspruch einfach still und meiner selber treu

blätter will ich aufstapeln ganze wälle
 unschuldsweiß wie schnee mich schützend bergen
doch recht gedacht für altgefühlte wortgeBilde 
adieu ihr freunde, bleibt mir treu 
ich geh …. 






veredit©isabella.kramer15 






inspiriert von Hermann Josef Schmitz "Abseits" 

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Sturmtöne

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Sturmtöne


entführst sie mir
die lichten farben
beraubst nicht nur die wälder
ihres bunten kleides
weichst kampflos wärme
streifst das leben ab
november ist der ton
 das alte klagelied
das durch die leeren flure schallt
es ist die zeit der toten
und des leides
wo nebel ganze tage runterschlingt
und abgewandte augen dich nicht sehen
nasskaltes dunkel immer mehr obsiegt
was nützt es da die himmel anzuflehen


sehnsucht so klingt der schrei der wilden schwäne
es ist als hätten sie mein herz mit sich genommen
so sitzt ich in dem alten garten mit den letzten rosen
ein kleines warmes licht in den verwaisten händen
doch nicht besiegt - ein wenig stiller
weiser - kann schon sein
gewappnet wohl auf jeden fall
soll doch der winter kommen




veredit©isabella.kramer15



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Herbsterkenntnis

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komm, wir wollen uns berauschen
Licht einsammeln und Blätter
vor allem die goldenen
unbeschriebenen mit viel Raum
für alles Holde was noch kommen mag


wir wollen den Herbst belauschen
zwischen moosigen Felsen und Klüften
unsere Wege aneinander binden
gleichwie in einem Traum so sicher
eines das andere finden


wir wollen mit niemandem tauschen
wir werden uns küssen und wissen
dass wenn wir uns brauchen
wir immer nur ganz leicht
an unsere Seite fassen müssen






veredit©isabella.kramer15





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