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Heideabend im August





mach mir die stille 
zum geschenk
lass uns die weite leben
wenn nacht sich über 
die heide senkt 
gleich tänzern sich nebel heben
dann lass uns schweigen
lieben sein 
ganz mit dem land 
uns verweben

mach mir die stille 
zum geschenk
lass uns die weite leben



veredit©isabella.kramer26


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Heideblüte - Pantum

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Heideblüte 


Spätsommer legt sich über die Heide
die warme Sonne und Bienengesumm
purpurne Teppiche schmücken die Weite
ansonsten erscheint die Welt völlig stumm


die warme Sonne und Bienengesumm
untermalt vom Lied der Heidelerchen
ansonsten erscheint die Welt völlig stumm
versunken in einem Septembermärchen

untermalt vom Lied der Heidelerchen
ein Farbenrausch im welligen Land
versunken in einem Septembermärchen
zum Glück nur uns allein bekannt

ein Farbenrausch im welligen Land
Spätsommer legt sich über die Heide
zum Glück nur uns allein bekannt
purpurne Teppiche schmücken die Weite



veredit©isabella.kramer25






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des Sommers Kind






ob wolkentrüb und tropenschwül
ob blaugestählt von hitzeluft geschwängert
oder einfach dieses sommer durch-und-durch-gefühl
es lockt mich an das meer an heideseen warm 
unfassbar blau an kühle wasserfälle oder der
schatten unter alten eichen wo auf der stelle
ein süße mattigkeit gewinnt

ja so gesehen bin ich auch 
des sommers kind 



veredit©isabella.kramer25




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Sommerwald

 


 

Sommerwald

ein federndes gehen ein duften und gleißen ein wechsel von schatten und licht zuflucht an heißen tagen birkenstämme himmelhoch sonnenfinger weisen dem blick blütenschäume in weiß gelb und blau lockende waldbeeren schattiges gewinkel verspricht zauber und elfenland glaub es ruhig denn schau selbst die winzige wolke hat sich über dem spiegelnden see für eine kleine pause ins blau gelegt der sommer verschwendet sich hier himmel fließen über heidekraut kissen und die liebe ganz nah an deiner halsbeuge 



veredit©isabella.kramer24


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Winterwissen





wir wissen um den winter die raben in den gelichteten birkenkronen ebenso wie ich spüren wir die ersten frostnächte knochentief stiller das land kahler die heide nur nebel weben sich um die wacholder und in den senken wird es nicht einmal tag endlose wanderer am himmel mit ihren rufen schneiden mir das herz in kleine streifen fernweh weht mit den letzten blättern ums haus heimelig leuchten die kerzen und in deinen augen all die liebe unserer geteilten winter



veredit©isabella.kramer23



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Herbstgabe




Herbstgabe


auch mein dunkelsein will ich dir schenken
das zwischen wäldern aus der stille mir geboren
das blätterfallen und das unsichtbare nebeln
über den heideflüssen und norddeutschen mooren
die ein fester teil mir sind wie du geliebter
und so nimm das dunkle in mir mit in kauf
es ist eng verwandt mit allem lichte in und um uns
es ist ein teil der liebe und des lebens lauf




veredit©isabella.kramer23




Septemberabschied

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Septemberabschied


die letzte heide ist verblüht
einsamkeit kleidet jetzt die braunen fluren
spinnweben fangen morgentau in silber
wildgans und kranich ziehen am himmel
ihre spuren es ist so still man hört das seufzen
der natur die ihren pulsschlag reduziert
ja fast schon schläft die alles fallen lässt 
was will sich nie geniert die dinge hinnimmt
die man nicht mehr ändern kann der rest wird
einfach überwachsen die zeit die kommt
die zeit die geht und mit ihr nehmen auch wir
uns die gelassenheit die unserer liebe wohl gebührt
und wandern hand in hand wohlwissend
um die unausweichlichkeit des endes doch fürchten
wir sie nicht des winters nahe dunkelheit 


die letzte heide ist verblüht





veredit©isabella.kramer23



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Heideseen

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spätsommer stille fädelt sich durch wisperndes schilf nur die wasserläufer und wir himmelblau oben und unten und ein glitzern auf den seen als würden nixen uns locken eintauchen staunen über weichheit und wärme loslassen wir treiben dahin einfach so vergehen im klar bis zum grund das glück der letzten sommertage



veredit©isabella.kramer23



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Sommerseiten

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Sommerseiten 

des sommers seiten
leer geschrieben
genius flog mit den schwalben fort
fünf weiße blätter sind verblieben
verwaist verschmäht kein einziges wort
will mehr des sommers ende singen

von farben die vor sonne glühen
von späten rosen und hortensien
die über anemonen blühen
und heideflächen dunkelrot

darüber himmel schier zum staunen
solch tiefes blau
solch wolkenburgen
und goldene birken die über braunen
wildgräsern ihre tupfen streuen

weit mehr als nur fünf seiten füllen
der sommer geht und lässt die stillen
tage vom späten glück für dich für mich
für uns zurück




veredit©isabella.kramer22



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Heideblüte

 



tief einlassen - all das blühen augusttrunkene luft nur die bienen und wir wie damals zur zeit des versprechens keine wolke kann unser glück trüben und der weg ist weich eben und sommerwarm so wollen wir es weiter halten blüten so weit die augen schauen ein festhalten und loslassen gleichermaßen purpurne lebenslust verschwenderisch ausgebreitet zwischen heidschnucken und pferdekutschen ein einzelner falter ganz berauscht von der fülle und wir lauschend dem lied der heidelerche wie kinder einer anderen zeit 



veredit©isabella.kramer21 



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herzvoll

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ins grün sind wir gezogen fanden im alten land der kindheit neue lieder verankert zwischen wolkensegeln und wiegenden kiefern summen und brummen um uns dort wo der schlangenkönig sein krönchen noch trägt jeder atemzug die freiheit des sommers enthält so losgelöst eingefangen nur von smaragdenen spiegeln heimlicher seen geliebtes heideland wo die wälder voller licht blühenden brombeeren und heimlichen küssen sind die roten weiten glutwarm und dann die stille - herzvoll


veredit©isabella.kramer18




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was folgt

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was folgt


so ging er wieder vor der Zeit
nichts konnte ihn mehr halten
schnurgerade südwärts 
im Gefolge
die gefiederten Wanderer 
noch ein nachlässiges Gold 
an Wolkenränder und Blätter
die Augen schon im Azur der Meere 
hinter den Bergen verloren 
und nicht ein Gedanke
was bleibt ohne Licht


was weiß er schon - 


vom herrlichen Schweigen
der Nebel über der Heide
vom rotgoldenen Schattenwurf 
über menschenleeren Stränden 
vom friedvollen Verstummen
wie es nur der Herbst bringt
und was dann folgt 


vom Leuchten der Stille
in mir




veredit©isabella.kramer14






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Die Heide blüht

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Die Heide blüht



welliges land heiderot
wacholder wie wächter
grün und duftend
erhaben bedacht
von den grazilen weißen
frühes gold durchsetzt
wiegende birkenschleier
saumhüterinnen
an sandigen pfaden

windflügelige jungfern
umtanzen einander
von irgendwo kinderlachen
braune hände voller eriken
ungebundenes glück
auf durchsonnten findlingen
schlafen schillernde eidechsen
mit offenen augen

so will ich es auch halten
alles ist duft und bienengesumm
darüber nordisches weiß-blau
blankgeputzt vom augustlicht

erinnern greift erdtief
umarmend, tröstend

welliges land heiderot







veredit©isabella.kramer2013



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das stumme Lied










dein Fühlen ist
mir lautlose Musik
fein gewebter Zauber
umhüllt - umspült

weichblaue Töne
begleiten sanft
klangrein verschmelzen
vibrierende Nuancen

unhörbar und doch
so nah zärtlich geatmet
wie nur der Wind
über der Heide singt





veredit©isabella.kramer10





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Rübenmädchen




nach Westen
dort wo Arbeit lohnt
bei Wind und Wetter
gebückt auf weiten Feldern


ungezählte weiße, wippende
Kopftücher – auf und nieder
sonnenbraune Gesichter
am Abend schmerzt der Rücken


lachende Mädchenschar
die alten Lieder der Heimat
unter norddeutschem Himmel
gegen das Heimweh


nachts in der Schlafbaracke
ein Brief bei Mondlicht
an die Mutter
daheim - in Schlesien


kein Zurück



veredit©12.09.08




im Erinnern an meine Großmutter, die im Jahr 1925, im Alter von 16 Jahren, auf der Suche nach Arbeit aus Schlesien in die Lüneburger Heide gekommen ist. Sie fand diese auf einer der großen Domänen (Bezeichnung für einen landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Betrieb, der dem Staat oder in obigen Fall dem Kloster Ebstorf gehört) in der nördlichen Region der Lüneburger Heide.
Diese jungen Frauen, die immer für harte Feldarbeiten gebraucht wurden, nannte man die Rübenmädchen . Sie wurden kaum bezahlt, erwarben nicht mal einen Rentenanspruch durch diese Tätigkeit und untergebracht wurden sie in sehr spartanischen Wohnbaracken. Jedoch waren die Aussichten zu Hause in Schlesien noch schlechter und die Chance, dort einen ausreichend bezahlte Tätigkeit zu bekommen, gleich Null.



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