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Heideabend im August





mach mir die stille 
zum geschenk
lass uns die weite leben
wenn nacht sich über 
die heide senkt 
gleich tänzern sich nebel heben
dann lass uns schweigen
lieben sein 
ganz mit dem land 
uns verweben

mach mir die stille 
zum geschenk
lass uns die weite leben



veredit©isabella.kramer26


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Mohn Tage

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Mohn Tage 

jenes fliehen vor der welt
in blühende wiesen eintauchen
ins sommerland
wo licht und grillengesänge
zeitlose zeit füllen 
liebe rauschhaft wird
die zartheit der roten kelche 
windbewegt tanzend 
wie spielende finger auf 
juniwarmer haut 
versprechen von endlosigkeit
nur du und ich und der 
wiegende mohn


veredit©isabella.kramer2026





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Maiwiesen

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wiesen die blühen als gäbe es kein morgen täler gefüllt mit wolken und grün ferne gipfel wie grüße der götter uralt gewaltig und unfassbar schön vom schnee gekrönt und vom licht umschmeichelt wie es majestäten eben gebürt und jeder schritt durch dieses gemälde wird von tausenden bunten blüten geziert.



veredit©isabella.kramer26 


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Regentage

 




es sind die regentage 
die zum mai gehören
wie jenes hingeschäumte
grün das von den himmeln
fällt in silberperlen wartet
ob die sonne wieder scheint
es sind die regentage
die zum mai gehören
wie weiß und gelb und blau
zwischen dem satten grün
so dass man meint die erde
könnte schier zerbersten 
aus lauter lebensfreude kraft
es sind die regentage 
die spenden jenen köstlich
frischen maiensaft 



veredit©isabella.kramer26



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Das nenn ich Mai!

 



was wäre wenn das ganze suchen
nach der seele sinnlos wäre
wenn himmel ärmlich kalt und leer
und über alle maßen einsam stehen würden
gäb' dann das suchen einen sinn

selbst hingetupfte wolken schafen gleich
einfach nur weiden würden in dem blau
das leuchten all der gelben felder schier nichts
bedeuten würde außer mai

doch dies erkennen würd' mir ewigkeiten bringen
gefüllt und warm gefühlt tief in mir drin das wissen
alles wäre möglich weit und frei
dann wüsste ich die seele und der suche sinn
so licht und blau und grün und gelb

das nenn ich mai




veredit©isabella.kramer26




Der Ton

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Der Ton

und aus dem braunen grau der weiten
schleicht sich ein zarter ton heran
so bunt und hoffnungsvoll
dass selbst die tiefen schweren regenwolken
nicht anders können als gelassen weiterziehen
der ton wird lied wird liebe hoffnung glaube
ganz so wie frühling klingen soll



veredit©isabella.kramer26



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zaghaft




zaghaft

ist der schnee getaut
brach und bloss die felder liegen
härte schmilzt aus winterminen

doch der februar kann trügen
noch ist hoffnung nur ein schimmer
zart ganz zart auf haselzweigen
leise lächeln weiter lieben

nähe leben
zwei die eins sind
wege gehn
zusammenbleiben 



veredit©isabella.kramer26






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Es ist Februar





festgesetzt hat es sich das weiß
eingenistet in all den leeren herzkammern
wohl oder übel geduldet ertragen gelitten
klammert es sich doch mit eisigen fingern
an alles was noch ein wenig leben in sich hat
stumm trägt das land die last
nur die winterharfen tragen ihr altes lied
in die frostige weite wie eh und je
schwarze bäume biegen sich brechen fallen
himmel schweigt sich ein undefiniert grau
ab und zu ein rabe sonst nichts
wären da nicht die spitzen der schneeglöckchen
die wärme der liebe in deinen augen

ich müßte verzweifeln 



veredit©isabella.kramer26



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Das Lied der weißen Raben

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der winter hat sich aufs wintern besonnen!
vor tagen hat es zu schneien begonnen,
dabei ist der winter wohl eingeschlafen.
was klangen sie auch so lieblich, die harfen
vom eiswind aufs zärtlichste angeschlagen,
da konnte man schon ein nickerchen wagen.

doch nun aber sehn wir das ganze malheur,
mit anderen worten wir sehen gar nichts mehr.
es ist völlig weiß um uns, oben wie unten.
die welt da draußen im schnee versunken.
kein laut ist zu hören, die flocken fallen.
ein schneekugelfeeling geschenkt uns allen.

der nordwind türmt wehen 5 meter hoch
und bläßt und bläßt, doch der winter schläft noch,
oder hat er nur die kontrolle verloren
und das weiße treibt schabernack mit seinen ohren?
es pustet und wirbelt, es zischelt und pfeift.
zeit wird es dass er nun endlich begreift, 

wir sind so viel winter doch gar nicht gewöhnt.
auch wenn schnee die welt doch ziemlich verschönt.
selbst halligen werden mit weiß gesegnet,
wo's da doch im winter meistens nur regnet.
von süden nach norden ist alles vermummelt 
dabei hat der winter uns ganz schön beschummelt,

erst kommt er zu spät und die weihnacht ist grün,
dann kann er nicht einmal die notbremse ziehn.
so werden wir wohl im schnee versinken!
macht's gut liebe freunde - 
laßt mich noch mal winken... 


veredit©isabella.kramer26



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Dezemberliebe

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auch wenn der schnee uns fehlt
die liebe in deinen augen 
wärmt mich ganz genau wie damals
bei der kleinen kapelle unter
dem leuchtenden weihnachtsbaum

manches kann man einfach 
nicht schöner erdichten 




veredit©isabella.kramer25



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In der Dämmerung zu lesen - ein Pantum

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früh es dunkelt im november
erster schnee sacht niederfällt
dünn und dünner der kalender
nähe uns zusammenhält 

erster schnee sacht niederfällt 
zeit nach innen sich dann wendet
nähe uns zusammenhält 
vom kamin das feuer blendet

zeit nach innen sich dann wendet
nur die katze schnarcht ganz leise
vom kamin das feuer blendet
jeder träumt auf seine weise

nur die katze schnarcht ganz leise
früh es dunkelt im november
jeder träumt auf seine weise
dünn und dünner der kalender





veredit©isabella.kramer25



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in unbesternten Nächten

 



in unbesternten Nächten


an deiner halsbeuge zu ruhn
dem sturmgebraus
fast träumend lauschen
wo keine furcht mich finden kann
kein unheil droht wo liebe wohnt
im warmen sicher sein geborgen
immerdar 

um keinen preis der welt
würde ich tauschen



veredit©isabella.kramer25



einmal mehr inspiriert von meiner lieben unvergessenen Mo. - Monika Kafka 1960 - 2014 



Septembermelodie

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hat der september ein lied
kündet es von seiner fülle
beschreibt es lustvoll seine farben
oder leise melodisch die stille
spätsommerlicher düfte und blüten
reifer früchte in garten und feld
erwähnt es die sonnenvergoldeten wälder
pilzgefüllt, wie von mir bestellt
 
hat der september ein lied 
erzählt es bestimmt von der liebe
zu heide und himmel zu stränden ganz weit 
zu dir sowieso und der katze dazu 

ach, wenn es september nur bliebe 






veredit©isabella.kramer25




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Heideblüte - Pantum

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Heideblüte 


Spätsommer legt sich über die Heide
die warme Sonne und Bienengesumm
purpurne Teppiche schmücken die Weite
ansonsten erscheint die Welt völlig stumm


die warme Sonne und Bienengesumm
untermalt vom Lied der Heidelerchen
ansonsten erscheint die Welt völlig stumm
versunken in einem Septembermärchen

untermalt vom Lied der Heidelerchen
ein Farbenrausch im welligen Land
versunken in einem Septembermärchen
zum Glück nur uns allein bekannt

ein Farbenrausch im welligen Land
Spätsommer legt sich über die Heide
zum Glück nur uns allein bekannt
purpurne Teppiche schmücken die Weite



veredit©isabella.kramer25






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Im September

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noch ist es sommerlicht
was sich verfängt im ersten rot
der zaubernuss mit ihrer ungeduld
kann sie den nahen herbst wohl 
kaum erwarten doch noch ist
sommerlicht zwischen hortensien
und den schlanken anemonen
in unserem garten wir wollen
es speichern füllen in die schönen
bunten flaschen aus seeglas
die im großen fenster stehen
denn dann ist es sommerlicht
was wir an kommend dunklen tagen
beim schauen in die vage welt
gemeinsam sehen 




veredit©isabella.kramer25



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Sommertag







Sommertag


es sind die weiten blauen himmel
die oben unten bunt gesäumt mit tausend
wilden sommerblüten so lustvoll an den 
rand der welt geschäumt dass wir gebannt
und wortlos staunen ob dieses schauspiels
der natur ach dass es solch august noch 
gibt ein sommertag ganz rein ganz pur



veredit©isabella.kramer25


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Ich bin der Juni





ich bin der juni
des sommers kind
das duften der wiesen
der streichelwarm wind
aus tausenden blüten
gewebter kranz
der rauschende sommernachts
feenkönigin tanz 

ich bin der juni
verheißung von glück
die sonne auf goldgelben 
stränden ein stück 
vom herrlich süßen
erdbeerkuchen

das glucksende plätschern
erfrischender quellen
versteckte waldlichtung
mit dunklen und hellen
lichtflecken die flirren
goldkäfer und bienen
libellen die schnellen
um brombeergesäumte
verwunschene teiche

ich bin der juni
und das sind die reiche
in denen ich wahrhaftig
herrscherin bin

komm reich mir die hand
und ich werd sie dir zeigen
denn schenken von freude
ist mein lebenssinn



veredit©isabella.kramer25



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reibeisen nr. 42

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reib 
                                    eisen nr. 42                              


Das internationale Kulturmagazin aus Kapfenberg
Nr. 42

Jahrgang 2025
Europa
Literatur
Kreis Kapfenberg ist erschienen und

ich bin besonders glücklich auch in diesem Jahr mit einer eigenen Seite und 3 meiner Gedichte juriert worden zu sein. Dieser kollegiale Zuspruch motiviert und spornt an. Vielen Dank dafür! 



Gedichte: 




Die zwei Schwestern


Flieder-Lied


Wintertraum





Stets finde ich es besonders gut bei der Jurierung für das jährliche reibeisen, dass sie nach wie vor anonymisiert erfolgt, so dass eben der Text und nicht der Autor ausgewählt wird. Mein herzlicher Dank an all jene Unermüdlichen, die dieses wundbare Magazin auf solch hohen Niveau seit unfassbaren 42 Jahren ermöglichen. Herzlichste Glückwünsche, liebe Kapfenberger und Kollegen! 

 



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gezaubert

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gezaubert

kleingesternt und weißgeglockt
so klingen die worte
mit denen der garten
mich ruft und lockt
beim öffnen der pforte
ein  duftwolkenrausch
ein zwitschern und trillern
hoch oben dazwischen
das flirrende licht
frisch grünes in nischen
was braucht es da schon
den rest der welt
ist es doch kleingesternt
und weißgeglockt
das was wirklich zählt 


veredit©isabella.kramer25





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wieder und wieder

 



auf weißgedeckten feldern feiert das märzlicht ein frühlingsfest säume von blühenden kornelkirschen mandeln und frühen brautspieren schmücken sich mit vielstimmigem gezwitscher ein einziges lächeln wohin ich auch schau wolkengetupftes himmelblau spannt sich in die nordische weite spiegelt die liebe in deinen augen wieder und wieder 



veredit©isabella.kramer25