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Gartennotizen - 18. Mai 2022



zwischen den blühenden Maiglöckchen und duftendem Waldmeister sät sich seit Jahren mehr und mehr Rasen ein. Recht so, denke ich, alter Freund, wo doch scheinbar alle Unkräuter der Welt deinen Platz besetzen. Wir müssen uns eben alle anpassen und sehen, wo wir bleiben und gönne dir von Herzen deine neue Nachbarschaft. Nur dem Schneckensieg über alles was frisch grünt, den werde ich nicht einfach so hinnehmen. 





veredit©isabella.kramer22


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Bonsoir Porquerolles

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Bonsoir Porquerolles



von ihrer Bank am Hafen lauschen
die beiden Alten frohgemut
dem Gruß der letzten Abendfähre
Zeit endlich für zwei petits rouges

dann schlendern sie zu den Platanen
ein neues Spiel, die Witze alt
Salut ihr zwei, so lasst uns starten,
sonst werden noch die Kugeln kalt!

der Obststand öffnet seine Läden
die Insel atmet Abendruh
das alte Fort grinst zahnlos rüber
Pierres Hund nagt an `nem Badeschuh

Segler studieren Speisekarten
es duftet wohlig nach Baguette
man lässt sich Zeit und denkt im Stillen
hier immer leben, das wäre nett

kein Auto stört den Inselfrieden
es gibt nur zwei und die halbtot
des Inselarztes Klapperkiste
am Leuchtturm parkt der Rostpeugeot

das Herz der Insel schlägt gelassen
man ist hier gern mit sich allein
Traumpunkt im großen Meer der Mitte
nur schwer zu finden und winzig klein




veredit©02.09.08






Safe Creative #1012278146617




es ist ein Re-post aus Vorfreude auf diese wunderbare Insel ...
auch als Hörversion verfügbar: Bonsoir Porquerolles 

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Marksky meint

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Marksky meint 


sollen sich doch die anderen streiten
wetteifern, grübeln, disputieren
dem trend nachspüren, die spur abschreiten
am eigenen safte sich goutieren

was schert es mich, mir grünt der mai
mit sonnenstund und regenschauer
mit fliederduft und heiteitei
entspannt sein war schon immer schlauer


ich brauch nicht viel, ein tütchen futter
die tauben teilen gern mit mir
die alte parkbank links vom luther
dient mir als frühlingshauptquartier


von dort lass ich dann ganz gelassen
den weltentrubel, trubel sein
die ein, zwei euro in den tassen
mehr als genug, das glück ist mein



veredit©isabella.kramer 2013



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Geheimnis im Moor - oder dennoch





Oh ja, sie hatten ganze Arbeit geleistet, die Lichträuber, und über die weite, aller Farben beraubte Moorlandschaft drohte sich der Schleier aus Trostlosigkeit zu legen. Wäre da nicht an jedem Abend, in den letzten Minuten des bisschen sterbenden Lichtes eines grau getönten Tages dieser zarte, lachsfarbene Hauch am Himmel hinter den entlaubten, knorrigen Bäumen gewesen. Wie ein tröstendes Lächeln breitete sich ein feiner Streifen am unteren Rand der schweren Wolken aus, zog funkelnde Schlieren über den opalschwarzen See. Und dieser wartete scheinbar nur auf den Wind, der stets aus Osten kommend und mit Kälte gefüllt die dunkle Oberfläche kräuselte. Es war als zwinkerten die beiden sich zu, der rosa Lichtatem und der unergründliche See, als wären sie Verbündete. Hierher kamen die Grauen nicht auf ihrem Raubzug, glaubten, hier wäre nichts mehr zu holen und alles hätte sich längst ins Unabwendbare ergeben.

Sie erschien jeden Abend, setzte sich auf den großen Findling am Seeufer und genoss die Existenz dieses scheinbar irrealen Ortes. Der Wind zerzauste ihre Locken noch mehr, als es sowieso bei ihrer widerspenstigen Fülle immer der Fall war. Sie ließ ihm sein Spielzeug. Friedlich, entspannt und auf eine seltsame Weise erleichtert träumte sie mit halbgeöffneten Lidern in die Lichtstreifen des Sees. Erst wenn die Nacht endgültig hereingebrochen war, die Dunkelheit für heute tatsächlich gesiegt hatte, ging sie. „Bis Morgen“, flüsterte sie den tanzenden Reflexen zu und auf ihrem Heimweg durch das Moor sang sie ein fröhliches Lied.








isabella kramer© veredit 2012 



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lichthungrig

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der garten lockt im weichen märzlicht juvenile glocken kelche wollen befreit sein vom spröden gestern sinne füllen sich mit duftender wärme sehnendem finden selbst im kühlen schatten spürbare gewissheit neues morgen innehalten gesicht sonnenwärts kitzelnder sinnlicher rausch hellwach träumend in mir ein summen mit den emsigen blütenplündernden bienen im wettstreit jedes jahr wie nie gekannt nie erlebte freudigste überraschung wiedergeburt geschenk entfaltet den uralten zauber frühling





veredit©12/13

Safe Creative #1203031237288
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Alles zu seiner Zeit

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Langsam öffnete er seine grauen Augen. Sein erster Blick ging zu den drei Geschwistern – alle schliefen in ihren Betten, zwei von ihnen tief und fest. Er streckte sich und gähnte und sofort erhob sich der Wind. Er rüttelte an den Fenstern, brauste mit aller Macht um das Haus. Bunte Blätter wirbelten auf. Seine beiden Schwestern, die eine verführerisch zart, die andere selbst im Schlaf voll sinnlicher Lebenslust, würden jetzt für viele Monate ruhen. Der Bruder hingegen, räkelte sich bereits in frostigen Träumen, kurz vor dem Erwachen.

Aber jetzt war seine Zeit gekommen, voller Regen und Nebel. Der Herbst war erwacht!






veredit©isabella.kramer2010



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Drabble s. Wikipedia ... "Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die Überschrift nicht mitgezählt. Ursprünglich als Fanfiction betrieben, wird sie aufgrund ihrer einfachen äußeren Form gerne von ungeübten Autoren als Einstieg in Lyrik oder Prosa genutzt. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche stellt das Schreiben von Drabbles auch für erfahrene Autoren eine Herausforderung dar. "
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