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Gartennotizen, 27. August 2026

 





sommerreste wo hin das auge schaut da früh fallenden äpfel dort der schnecken-lochkartencode in den funkienblättern hortensien färben sich in rostigem rosa ausgebleichtes wiegendes gras wispert mir alte längst gebrochene versprechen ins ohr wäre nicht der duft vom rosmarin thymian gemischt mit späten rosen und das goldene licht ich müsste verzweifeln ob so viel abschieds und doch mit einem mal der südwest - unverkennbar trägt er das sehnen nach südlichen küsten in sich 

ach, wind alter freund 


veredit©isabella.kramer26



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Noch so viel Meer



es sind die sommerlieben die dem leben dieses leuchten schenken die unter augustgewärmten tagen jahr um jahr das glück vergrößern und ohne lange nachzudenken geben frei zu sein erlauben was im fühlen nicht in kleine enge schachteln passt den wilden möhren samen gleich dem wind vertrauen bläst er dazu noch meerwärts fehlt kein einziger akzent zum großen ganzen und ja wir werden wieder barfuß am meersaum tanzen denn das fest der sommerliebe will gefeiert sein nicht laut nicht groß nur du und ich der himmel sand die dünen später rosenduft ein horizont für uns allein 


weil die feldlerchen
es nie müde werden 
für uns zu singen


veredit©isabella.kramer26



Der Liebe meines Lebens zum 40. Hochzeitstag


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Gartennotizen, 2. August 2026

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abgetaucht in die tiefen des kleinen fischteichs beschattet von uralten eichen verborgen im lang ungenutzten rund erneuert mit farbenfrohen mosaiken bequemen sesseln zum beobachten und entspannen zum abtauchen in andere welten jenseits vom trubel


zick-zack-kurs
dann wieder stille
die medakas 



veredit©isabella.kramer26



Gartennotizen, 15. Juli 2026




verblühte margeriten schaukeln träge im warmen juliwind 
nie standen sie dichter nie waren sie schöner als jedes jahr sie sind
des sommers wahre kinder gesichter der sonne stets zu gewandt
als höchst willkommener landeplatz landauf 
und landab im falterland wohlbekannt

als kränze gewunden auf locken platziert
so werden seit hunderten jahren die  sommerprinzessinnen
aufs schönste verziert
so flüchtig die freuden wie damals als kind 

verblühte margeriten schaukeln träge im warmen juliwind 



veredit©isabella.kramer26




Prélude

 



als würde das innere überfließen zerbrechliche schalen zu zart zum fassen das licht traumwärts die ränder begießen nie endend ein leuchten nicht irdisch und lassen wir uns in dem taumel des sommers gleiten und schwimmen weit über das ende des meeres hinaus nur fühlen und leuchten  und farben und wissen - als würde das innere überfließen 




veredit©isabella.kramer26



Maiwiesen

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wiesen die blühen als gäbe es kein morgen täler gefüllt mit wolken und grün ferne gipfel wie grüße der götter uralt gewaltig und unfassbar schön vom schnee gekrönt und vom licht umschmeichelt wie es majestäten eben gebürt und jeder schritt durch dieses gemälde wird von tausenden bunten blüten geziert.



veredit©isabella.kramer26 


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Sant Lluís, Menorca

 





Sant Lluís, Menorca


stille liegt auf weißen mauern ab und zu blitzt ein roter ton zwischen den waldgrünen fensterläden und die schmalen gassen öffnen sich unerwartet meerwärts 

schläfrig
im blühenden thymian
zwei alte katzen 


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Gartennotizen, 21. März 2026

 



es liegt ein wandel unter meiner haut ein neues werden trotz dem druck der zeit streckt sich in ersten warmen frühlingssonnenstrahlen gebirt ein zartes grün entgegen der bedenken weiß der wille und der liebe macht wird es schon richten also streckt die flügel kleine seele aus dem schattengrau ins licht 



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inspiriert von meiner lieben Dichterfreundin Gabriele Brunsch 



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Gartennotizen, 4. März 2026

 



Wunder sein lassen

ich hab eine terrasse wo jährlich wunder vor sich gehen der frühling zaubert hoffnung in die kleinsten winkel ecken und lässt mit seiner zarten hand die schönsten veilchen dort entstehen wo eigentlich nichts wachsen kann in fugen spalten ungemütlich eng der frühling sieht das völlig locker und ist da überhaupt nicht streng lässt wunder eben wunder sein und veilchen sind da eine ganz besondere art zu sagen lebt das leben so gut es eben geht vielleicht denkt ihr ja ebenso wenn ihr das nächste mal ein veilchen seht 



veredit©isabella.kramer26




im Winter



 

im winter

im winter liebe ich mich unter deine haut nutze die stille der zeit für all das was wirklich zählt atme den duft deiner halsbeuge mehr als vertraut als wäre es ein stück von mir draußen fällt schnee lautlos und sanft so wie deine liebe 

 

 

 veredit©isabella.kramer26

 

 

Gartennotizen, 19. Januar 2026

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klart sich der himmel auf flutet die wintersonne durchs blattlose geäst strahlt wärmt kitzelt und lockt hervor zaubernuss  schneeglöckchen und frühen krokuss vergessen der nachtfrost - sie halten dem stand. so tun wir es auch die katze und ich eingerollt auf meinem schoß ich mit dem kaffee in der hand das wintermüde gesicht der sonne zugewandt die augen geschlossen träumen wir in den tag - ich werd' es nicht müde das ist winter wie ich ihn mag 


januar garten
aus der leere
kraft schöpfen


veredit©isabella.kramer26


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Gartennotizen, 13. Dezember 2025

 



Fast Weihnacht 


es ist die stille die den wintergarten zeichnet ganz weich die ecken transparent die sträucher hecken rosenbüsche schenken noch die schönsten ihrer blüten dem der sieht vereinzelt das leuchten einer späten aster am futterhaus ein reges treiben und wie in einem traum fällt immer noch ein letztes blatt und noch eins von den kahlen zweigen 


frostnacht
zwischen rot und grün
ein stern 


veredit©isabella.kramer25

Dezemberliebe

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auch wenn der schnee uns fehlt
die liebe in deinen augen 
wärmt mich ganz genau wie damals
bei der kleinen kapelle unter
dem leuchtenden weihnachtsbaum

manches kann man einfach 
nicht schöner erdichten 




veredit©isabella.kramer25



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Wien

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Wien


staunendes gewimmel rund um die hofburg das klappern der hufe die ahs und ohs in allen sprachen der welt eingesammelt in kleinen boxen vor leuchtenden augen. november mischt sein mildes licht über die szenerie lockt in leicht welke parks mit bemoosten statuen einer längst vergangenen zeit.  


fiakerfahrt–
ein herbstblatt 
gesellt sich zu uns



veredit©isabella.kramer


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Gartennotizen, 1. Oktober 2025

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goldenes zwielicht füllt den garten schließt lücken wo die blüten bereits ihren diesjährigen abschied genommen haben tanzt mit den sacht fallenden ersten blättern lässt das rot der zaubernuss erglühen wie ein kleines feuerwerk und verwandelt die tanzenden mücken wahr und wahrhaftig in feen. 


unerwartet
im südwind
das meer


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Saisonende

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sturmböen fegen die strände blank die see entrollt mit brauner brandung ihr herbstgesicht sommergäste sammeln sich fröstelnd in den allerletzten strandkörben schon zeigt das meer seine ernste seite doch ein zwei sonnenstrahlen und wir stemmen uns in den wind herz und hände verschränkt halten die gesichter in die wärme bohren die zehen noch einmal tief in den sand schöner kann ein sommer kaum enden



veredit©isabella.kamer25 


Lune de Miel

 



"Wir werden immer Paris haben!" 


weißt du noch damals in paris - wie die stadt uns zu füßen lag die seine nur für uns floss ganz notre-dame voll vielfarblicht und unserer geschichte. nie schmeckten croissants besser nie war hellblau eine schönere himmelsfarbe weißt du noch damals in paris als der eifelturm uns beschirmte wie ein guter geist die metro uns nicht schreckte und die ganze welt so jung und zuversichtlich war wir - als die letzten 39 wunderbaren jahre ja noch vor uns lagen unbeschwert und verheißungsvoll




"We'll always have Paris!"

Do you remember our time in Paris? The city seemed to lie at our feet, and the Seine flowed just for us. Notre-Dame was radiant with multicolored light, filled with our shared history. Croissants never tasted better, and the sky was the most beautiful shade of light blue. 

Do you remember when the Eiffel Tower sheltered us like a protective spirit? The metro didn’t frighten us, and the whole world felt as young and confident as we were. We had the last 39 wonderful years ahead of us, carefree and full of promise. 






veredit©isabella.kramer25


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vergessen

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vergessen


und wenn der tod dich vergisst vorüber geht zur nächsten tür wieder einmal hättest du gesagt mit diesem kleinen bitteren strich der dein mund ist konnte er doch süße weder schmecken noch sagen ist er nun fast das einzig lebendige an dir 


rabenrufe
am untersten wolkenrand
ein streifen licht 




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für A. 10.08.1935 - 25.02.2026

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Gartennotizen, 2. Juli 2025

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von hitze ermattet vom sommer durchglüht blüht es sich doch überreich. im wiegenden tanz beschirmen die margeriten ihr reich. königinnen gleich, neigen sie huldvoll ihr haupt im kühlenden wind. phlox plustert sich tröstet über die verblühten rosen hinweg. die hostas und ich haben den diesjährigen schneckenkrieg augenscheinlich gewonnen. über die nächtlichen scharmützel sehen wir mal gnädig hinweg. leben und leben lassen eben. selbst die neuen brombeeren zeigen sich bereits von ihrer besten seite. für ein kleines schälchen wird es wohl reichen. oh, sommerliche ungeduld! 



veredit©isabellas.kramer25





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Sommerflirren

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sommerflirren leichtfertig versprochene zeit möwenflügeliges gleiten weit weit hinaus bis hinter das lockende türkis ferner horizonte dort wo die pinien sich an die rauen kanten der letzten liebe schmiegen findest du mich oder ich finde dich leichtfertiges sommerflirren alles will ich dir geben auch die versprochene zeit 



veredit©isabella.kramer25


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