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Die Erscheinung

 




heute nacht flog eine große eule ums haus
wollte sie mich wohl zu sich holen?
oder hatten die wilden reiter der nacht
ihr diesen dämonischen streifzug befohlen?

die flügel streiften fast mein gesicht
ihre augen starr auf mich gerichtet
es ist schon sehr seltsam solch wunder zu sehen
vielleicht ist es auch nur erdichtet 


veredit©isabella.kramer26 


Es gibt eine Variante von den vielen Sagen um die "Wilde Jagd" bei der eine Frau diese anführt, wobei sie auf einem großen Uhu reitet. 



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Winterfeen

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Winterfeen 

aus schneekristallen
formen sie die schönsten träume
und ihre lieder schenken sie
dem eisigen wind

nie könnte hoffnungslosigkeit 
sie auch nur fassen
dafür sind sie zu fröhlich
und einfach zu geschwind 

die silberfäden
in den langen offenen haaren
sie leuchten auf bei jedem
noch so schwachen licht

ein zauber ist's
der ihren tanz begleitet
man muss dran glauben

sonst sieht man's einfach nicht 





veredit©isabella.kramer25



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Wintertraum

 


Wintertraum


mir träumte von einem schloss im schnee
verlassen und dunkel die leeren hallen
einzig das echo meiner zögernden schritte
schien von den eisigen wänden zu schallen

nur der nordwind sang noch sein uraltes lied
von bällen und tänzen in nächten
die einfach kein ende gefunden haben
geschweige es jemals nur möchten

durch brüchige fenster der mond beschien
die drehenden schatten und schemen
da wogten die roben da funkelten fächer
und geigenmusik füllte winterball szenen

der hauch eines schleiers verloren im tanz
sich im eigenen rhythmus bewegt umschlingt
meinen arm zieht mich an sich und geht
und ich träume und werde verweht



veredit©isabella.kramer24




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Reisende Gänse

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Reisende Gänse 

sollte mein herz nicht wandern
nicht sich sehnen
nach wärme und licht 
sollte es weiter schlafen
nur träumen
folgte dem drängen nicht 

ihre lieder ziehen mich mit sich fort
wolken und stürme
können mich nicht halten
alles in mir will mit ihnen reisen
nehmt mich doch mit zu jenem ort 

wo träume lebendig ja greifbar sind
wärme und liebe 
die tage bestimmen 
alles in mir will mit ihnen reisen
südwärts - dem meer zu 


ich spreiz meine schwingen... 



veredit©isabella.kramer21





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stille nacht



mit den engeln singen schnee von tannen schütteln stobende funkelnde wolken aus tausend gleißenden flocken und mehr glitzernde tanzende winterkinder unter dem sterbenden stern geboren eingeschworen auf einander wieder und wieder der liebe zugetan du mein windgespiele der eisklaren nächte hörst dieses lied der nordwind trägt es dir zu und die nacht legt ihr samtenes notenblatt direkt ans offene herz so und nicht anders ist es wenn man mit den engeln singt


veredit©isabella.kramer2019


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Märchenwunsch




Märchenwunsch

schenk mir ein schloss
mit blauen träumen
dort wo der tod nicht
zählt die liebe nur ein
und niemals ausgeht
der himmel das dach
das sehnen die treppe
bildet die ich wie einst
mit gläserenen schuhen
beschreite mein herz
in deinem blick


veredit©isabella.kramer19



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Verqueres

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verqueres
hat sich eingeschlichen
in meine gedanken 

sucht beharrlich
- wie es nun einmal ist -
seinen weg
in mein tun

wispert etwas von chancen
neubeginn verheißung
und jeder menge spaß

also wenn das nicht
ein guter plan ist





veredit©isabella.kramer2017





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Höre, liebe Kleine







Märchen will ich dir erzählen
Sagen spinnen in dein Haar
von entführten schönen Prinzen
die zu retten aus Gefahr
nur die mutigsten der Frauen
auserkoren worden sind


von verrückten Abenteuern
die man barfuß nur erlebt
und von fernen Leuchtturmfeuern
die dir weisen deinen Weg
wenn du längst dich wähnst zu alt
um an Märchen noch zu glauben


ganz am Ende der Geschichten
sollte stets ein Schimmer leuchten
ganz aus Zuversicht und Glück
liebes Kind denn deine Träume
bringen mir zur großen Freude
meine eigenen zurück





isabella.kramer©veredit16


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Traumfänger

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Traumfänger 


verfangen liegt im rosmarin
ein matter, satter sommertraum
ich stups ihn an, er blinzelt nur
wie kam er wohl am end hier hin?

trug ihn der wind mit heißem atem
aus südsüdwest vom fernen meer
oder fiel er wohl aus allen wolken 
vom endlos träumen nun zu schwer

mag sein, er ist auch hier geboren
aus meinen farben, worten, licht
nur einfach viel zu faul zum fliegen
und letztlich nur darauf erpicht

die zeit gelegentlich zu dehnen
damit das glück dazwischen passt
dem träumen, sehnen raum zu geben
wer das versteht,  hat ihn erfasst 




veredit©isabella.kramer15 


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Dream Catcher

entangled lies in rosemary
a dull, rich summers dream
I nudge him, he just blinks
how he came here on end

carried him the wind with hot breath
the south-southwest from the distant sea
or was he flabbergasted
from the endless dreaming now too heavy

may be, he is born here
from my colors, words, light
only just too lazy to fly
and ultimately only keen

occasionally stretch the time
so fortunate fits in between
give dream and longing space
who understands this has it collected




veredit©isabella.kramer15 




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Vergrünung

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Vergrünung 


grün sollst du mir werden
so will ich für dich treiben
schreiben und bleiben 
alles und mehr


wenn du mir nur (wieder)
grün sein magst 
geb ich dem frühling 
ein neues blatt 


die worte darauf
erfinden wir 
einfach neu 






veredit©isabella.kramer15 







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das ist gewiss

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du gingst dahin
wie alle träume gehen
welktes im morgenlicht
ein letztes zartes wehen
streift mein gesicht
zum abschied oder aus
versehen – ich weiß es nicht

doch lässt es eines lächelns
spur auf warmen kissen
mir zurück und dieses
kribbeln in den flügelspitzen
das kraft mir und verheißung
gleichsam ist

will beides
nehmen – wagen, fliegen
uns träumend finden

das ist gewiss






veredit©isabella.kramer2013 




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Siebenmeilenstiefel

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hätte ich heute einen wunsch noch frei,
so wünschte ich mir siebenmeilenstiefel
um diesem winter,  der sich hinzieht
wie ein dicker brei, mit mächtig weiten
schritten zu entkommen.



mit einem hüpfer würde ich im hellsten
frühling stehen, den kopf in mandelblüten
und tausend kleine gänseblümchen zwischen
nackten zehen,  der warme wind vom nahen meer
flüsterte mir sein salziges willkommen.



doch solche schuhe gibt es nur bei
freien wünschen und diese wiederum gibt’s
nur im märchenland – ein längst verschollener ort.
drum hab ich keine wahl und anstatt zauberstiefeln
schmück ich mich weiterhin mit dicken strümpfen.







veredit©isabella.kramer 2013







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interaktion

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fand den frühling heut
aus kleinen töpfchen
sprüht er munter farbe
in mein winter/ist/genug/gesicht

nickt mit glockenhellen tönen
munter wippend/ bunte köpfchen
seins und meines
schließlich /doch noch
formen wir aus klecks und klingeln
uns ein endlich/bist/du/da/gedicht






veredit©isabella.kramer 2013 









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die zwölf - draußen und drinnen





unheimlich ist das reiterecho
die wilde jagd hat erst begonnen
am himmel treiben wolkenfetzen
wohl dem, der heim und herd gewonnen


raunächte - schütteln, heulen, knirschen
im sturmgebraus die toten rufen
schneewirbel rauben jede sicht
eissterne stäuben unter hufen


die fensterläden fest verschlossen
zum kerzenlicht der blick gewandt
man hört die herzen angstvoll pochen
greift tröstend nach der liebsten hand


nur zwei im raum sind unbeeindruckt
lang hingestreckt am warmen herd
die beiden grauen katzen schnarchen
im mausfangtraum ein pfötchen zuckt









veredit©isabella kramer2012



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Geheimnis im Moor - oder dennoch





Oh ja, sie hatten ganze Arbeit geleistet, die Lichträuber, und über die weite, aller Farben beraubte Moorlandschaft drohte sich der Schleier aus Trostlosigkeit zu legen. Wäre da nicht an jedem Abend, in den letzten Minuten des bisschen sterbenden Lichtes eines grau getönten Tages dieser zarte, lachsfarbene Hauch am Himmel hinter den entlaubten, knorrigen Bäumen gewesen. Wie ein tröstendes Lächeln breitete sich ein feiner Streifen am unteren Rand der schweren Wolken aus, zog funkelnde Schlieren über den opalschwarzen See. Und dieser wartete scheinbar nur auf den Wind, der stets aus Osten kommend und mit Kälte gefüllt die dunkle Oberfläche kräuselte. Es war als zwinkerten die beiden sich zu, der rosa Lichtatem und der unergründliche See, als wären sie Verbündete. Hierher kamen die Grauen nicht auf ihrem Raubzug, glaubten, hier wäre nichts mehr zu holen und alles hätte sich längst ins Unabwendbare ergeben.

Sie erschien jeden Abend, setzte sich auf den großen Findling am Seeufer und genoss die Existenz dieses scheinbar irrealen Ortes. Der Wind zerzauste ihre Locken noch mehr, als es sowieso bei ihrer widerspenstigen Fülle immer der Fall war. Sie ließ ihm sein Spielzeug. Friedlich, entspannt und auf eine seltsame Weise erleichtert träumte sie mit halbgeöffneten Lidern in die Lichtstreifen des Sees. Erst wenn die Nacht endgültig hereingebrochen war, die Dunkelheit für heute tatsächlich gesiegt hatte, ging sie. „Bis Morgen“, flüsterte sie den tanzenden Reflexen zu und auf ihrem Heimweg durch das Moor sang sie ein fröhliches Lied.








isabella kramer© veredit 2012 



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mittsommernacht

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licht mag sich nicht
lösen vom tag
webt wolkenbänder
zwischen dir und mir


 tieforange armt sich
in samtige azur
tröstende schmeichlerin
lockst mit deiner wärme


kurz das schlaflose dämmern
zwischen den ersten sternen
entfaltet sich der morgen
doch wir lösen uns nicht






veredit©12




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im Bad

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Kerzenlicht, Sekt und Schuberts Lieder
sie schließt die Augen, will nur träumen,
lässt die verspannten, müden Glieder
von perlend, warmen Nass umschäumen.


Gestreckt, im Nacken ruht der Kopf,
Schweißperlchen glitzern auf der Stirn,
feucht ringelnd löst aus ihrem Zopf,
ein Löckchen sich, so fein wie Zwirn.


Den  Mund ein Lächeln leis‘  umzieht,
ganz selbstvergessen ruhen die Hände,
traumselig sie der Welt entflieht.
Genussmoment am Wochenende.


Schaumberge duftend sie umfließen,
voll Wohligkeit, ruhig und entspannt,
nur den Moment für sich genießen,
den Stress nach draußen sie verbannt.


Unendlich möcht‘ die Zeit sie dehnen,
zehn Stunden lang, ein jeder Nu,
für ewig so im Wasser lehnen,
sanft fallen ihr die Augen zu …





veredit©08 - 11





Bild aus der Serie siehe: female moments

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