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Dezembertag




 Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen...

Christian Morgenstern



Dezembertag 


vom nebel umsponnen
nach innen gedrängt
die welt wird kleiner
wie eingezwängt 
auf schneekugelgröße
da braucht's nur ein schütteln
dezembersturm
spendiert noch ein rütteln
an fenstern und alten eichen
wir zünden die kerzen an 
uns zum zeichen
dass wärme und licht
uns hoffnung geben
dazu unsere liebe

dezembertag
eben 



veredit©isabella.kramer2022



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Wissen

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“Wenn ich trotzdem weiß, was Liebe ist, so ist es deinetwegen.”

― Hermann Hesse


Wissen

schneetuch verhangene tage einzig dein blick tief und klar valentine nur ein hauch lippen müde der sprache ganztägig legt der frost seine spur um die verbleibende zeit im windschatten die ersten schneeglöckchen 


veredit©isabella.kramer21



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nachtweit

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„hinaus gehen
in die weite der nacht
bis wir die sterne
beinahe fassen können“ 





nachtweit 


in diesen nächten wenn
der sturm die sterne tanzen lässt
worte sich samtblau schweigen
und regen die leuchtenden
scheiben nässt

dann sollten wir sie fassen
all die liebe
derer die welt
so dringend bedarf

sie tragen in die weite
der nacht schützend die flammen
im herzen bewahren teilen
geben und nähren
denn es ist heilige nacht 





veredit@isabella.kramer2014




Nehmt Euch während der kommenden Feiertage Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Genießt die ruhigen Augenblicke mit Euren Freunden und Euren Lieben.
Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.
Möge das Wunder der Weihnacht Euch umgeben und durch das neue Jahr begleiten.


von Herzen Eure 


 isabella











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Zwischenblätter

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Vergangen nicht,
Verwandelt ist,
Was war

- Rainer Maria Rilke




zwischenblätter

hauchzarte trennung
bleiben die blicke
weichgedachtes
nur an den rändern
messerscharf

aber es soll ja kein
schnitt sein
eben nur anders
sagst du
irgendwie verwandelt

und gegen das licht
liegen unsere schatten
immer noch seite an
seite




veredit©isabella.kramer 












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Hingemalt

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Wähle Farben der Liebe und male sie
...
- Hermann Hesse 



dies ist ein Tag, wie hingemalt
schon in der Früh die Nebelfelder
das Licht nur Ahnung 
Schweigen, Stille
ein Hauch von Farbe - roter, gelber 


und erst der Sonne Sieg 
Goldfäden schweben 
gleich Melodien zart gewebt
von herbstverliebten Spinnenfrauen
Magie, unsagbar sanft vom Wind bewegt


sie ihre ganze Kraft entfaltet
ein Strahlen, Lächeln, sich Verstehen
ich schau dich an und kenn die Antwort
ein Glück für die, die Glück noch sehn









veredit©isabella.kramer 





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„Wenn aus bedecktem Himmel...“, Hermann Hesse

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"Wenn aus bedecktem Himmel...", Hermann Hesse



heut kam das licht
in den grauen morgen
beim erwachen 
sah ich nur mich 
in deinen augen








veredit©isabella.kramer 2012











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„Lieben heißt allein sein.“ von Rilke

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 „Lieben heißt allein sein.“  von Rilke


wieder kommt Frühling
mehr Ahnung und Wollen
kindlich zustimmend
nicken Galanthus und ich
zaghafter noch
werde die Bänder
die blauen - du weißt es längst
lösen und lassen
so schwer es auch fällt
Jahr um Jahr gebunden
doch will der Lenz keine Fesseln
weggeblinzelt die Tränen
ist sicher nur der Wind
blau-weißer  Abschied
längst wolkenhoch

unten  im Märzgrün
ich und nur ich – immer
nah bleibst du mir








veredit©12



Safe Creative #1202251193312

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tilias lied

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unter den linden
dein gekräuseltes wort
- ©monika kafka


tilias lied

ich will raue rinde
schälen bis das weiche
weiße gesicht
jahresringe
lächelnd mir zuneigt
innenbloß –

will blatt für blatt
herz um herz
windkinder
nicht dein, nicht mein
und doch das uns
flügelnde wünsche
ans morgen

streu gold duft
in wolken
lass dein wort
lockung und festes
versprechen frei
tanzen mit dem südwest
der den herbst nicht kennt






veredit©11
Safe Creative #1107229723402
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verlorene zeit

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den weißen dünenweg
der himmel blaugeglänzt
ich säume/ immer noch
liebentlang ¹ /die föhren

tragen noch unsere
namen eingeritzt
rinde rot und schwarz
aber die berge und die see


zwischen reden und tun
liegt das meer
²



trennen seiten
beim weißen dünenweg
nur himmel blaugeglänzt
die föhren tragen tränen

lieben und nicht geliebt
werden/ ist verlorene zeit
³











veredit©isabella.kramer 2011

Safe Creative #1103188759179




Anmerkungen:

Die Gedichtzeile: ich säume liebentlang¹
entstammt einem Text von Else Lasker-Schüler:
*siehe*

die beiden kursiven Verse ² und ³ sind Sprichwörter aus Italien -

im Original ² - "Tra il dire e il fare c'è di mezzo il mare."
im Original ³ - "Amare e non essere amati è tempo perso."


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Frohe Weihnachten!




Weihnachten

Ich sehn' mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse (1877-1962)



Allen meinen lieben Freund/innen und Leser/innen von Herzen ein besinnliches und harmonisches Weihnachtsfest voller Freude und ein glückliches und gesundes neues Jahr mit den allerbesten Wünschen für 2010.

Vielen Dank für dieses wundervolle gemeinsame Jahr!



Herzlichst

Isabella - veredit

Zitate

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Wenn du singen könntest, Schmetterling,
hätten sie dich längst in einen Käfig getan.


Ochi Etsujin, 1656 - 1739, japanischer Dichter