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Nie

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Nie 

nie möchte ich der welt verzeihen
verhärten lieber herz und sinne
erstarren wie im tiefsten frost
die welt sie nahm mir meine stimme
wär' da nicht tief in meinem innen
der eine tröstend warme schimmer
auch wenn er flackernd fast erlischt
die botschaft ist so klar wie immer
hoffnung die liebe spendet licht
manchmal verzweifelt manchmal
verzagt doch nein so leicht
erstarr ich nicht 



veredit©isabella.kramer23



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bloßgelegt

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die masken fallen
nie traf etwas 
so punktgenau den kern 
wie zur zeit 



veredit©isabella.kramer20 


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dahin/gehaucht

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atemlos
wären wir
den atem los
das atemlos
sozusagen
ein hauptgewinn
könnten wir
endlich wieder
alle so tun
als ob nichts
gewesen wäre


veredit©isabella.kramer2020 


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Lichtstreif




auf eigenen wegen reist die zeit
gebt ihr das hoffen an die hand
die welt wagt nicht einmal zu atmen
doch stärken krisen jenes band
das liebe webt in diesen frühling
ein helles licht macht sich bereit
es tröstet, wärmt und stärkt von innen
auf eigenen wegen reist die zeit



veredit©isabella.kramer



inspiriert von dem wundervollen Blogtitel von Hermann Josef Schmitz

Hoffen



die wege sind uns verschlossen
die nähe wird zur gefahr
der himmel steht nur noch
den wolken und vögeln offen
natur lebt den frühling ganz bar
unseres miterlebens kaum
trau ich mich freude zu schreiben
der boden scheint schwankend
die zukunft dumpf vage
gefahr droht von allen seiten
nichts vor uns wird jemals
wieder so werden was wir noch
gestern alltäglich genommen
weltwandel mit härtester schrift
geschrieben die welt ist zu rund
um ihr zu entkommen

wir treffen uns
jenseits der weißen wolken
dort sind unsere wege offen
sie liegt in uns
diese kraft für morgen
ich zähle darauf
nennt ihr es hoffen


veredit©isabella.kramer



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verzagt

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im Corona Frühling 2020 
verzagt
traut sich das wort
nicht aus geschlossenen
mündern

ganz unverzagt
ja hoffnungsvoll
wie's frühlingshafter
gar nicht geht
erschallt aus nachbars garten
das lachen kleiner kinder
die fang-mich spielen
und fröhlich kichern
wenn eins das andere
berührt


veredit©isabella.kramer


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die iden des märz - manische knospen

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unterlegt mit fehlenden worten
tau wagt sich ins frühlingsgeäst
wirrsinn trotzt ahnungsvollem dünkel
die nebelraben geben ein depri-fest

würde der würg in die faust gehustet
ach, könnte man/frau es nur wagen
wolkenschiffe einfach so weggepustet
nachtgestirnt der glitzernde große wagen

gerümpel des wahnsinns treibende knospen
glück oder unglück muss drinnen bleiben
zaungäste trollen sich unerwünscht
wer sich fürchtet der sollte nicht schreiben




veredit©isabella.kramer2020



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Dunkles





dunkles webt sich in die letzten tage
will sich nicht ausleuchten lassen
nicht mit liebe
nicht mit vernunft

keine hoffnung 
kein gutes wort 
hilft dagegen

und dann noch der kalte wind

und die leeren augen derer
die sowieso niemand fragt

wintermond 

deine kälte
schneidet mir tief ins herz 




dark weaves itself in the last days*
she refuses to be illuminate
not with love
not with sanity

no hope
no good word
gives a helping hand

and then the cold wind

and the empty eyes of those
who nobody asks anyway

winter moon

your cold
cuts deep into my heart






veredit©isabella.kramer16





* the translation is only an attempt, suggestions welcome



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Dezember

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Dezember

in rauen Nächten
legt Jahrzeit sich zur Ruh
der Himmel leuchtet still
und um des Friedens Willen
fällt mit frischem Schnee Weihnacht






veredit©isabella kramer2012 
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Liebe Freundinnen und Freunde in Nah und Fern, 

ich wünsche Euch allen von Herzen ein schönes, herzenswarmes, heiteres, harmonisches und besinnliches Weihnachtsfest voller leuchtender Augenblicke mit all den Menschen, die Euch lieb und teuer sind. Und einen gelungenen Jahresausklang mit zufriedenen Rückblicken auf das vergangene und positiven Gedanken und Gefühlen für das kommende Jahr 2013.

Ich danke Euch für all die langen Jahre hier, Eure lieben und anregenden Worte und Gedanken, Euer nicht nachlassendes Interesse an meinen Werken und die so positiven und impulsgebenden Rückmeldungen und freue mich auf die kommende Zeit mit Euch.

In warmer Verbundenheit Eure

isabella - veredit





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purpur

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in meinem garten
tropft der sommer herzblut
in samtene schalen


und mit jedem atemzug
stirbt weltweit ein kind




veredit©11


Safe Creative #1108069815814

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kein kreis ist mehr geschlossen

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und kommt die flut
nimmt jede spur
hinweg
lässt ödland nur
zurück und all den
strahlend fahlen
schmutz und tränen

verwischt
was fälschlich gut
erschien
zermahlt mit scharfen
zähnen jeden stein
unzeit für frühlings-
blühn







veredit©



Safe Creative #1104068912738


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03-16-2011

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angst flutet beim
anblick der roten sonne
an diesem märztag


veredit©isabella.kramer11




tief betroffen von den ungeheureren ausmaßen der katastrophe, die als tōhoko-erdbeben in die geschichte eingehen wird, ist es sehr schwer worte zu finden, können sie helfen? wohl kaum, sie sollen aber ein zeichen der verbundenheit sein. bitte schaut hier auf der seite von Ramona Linke nach und macht mit ...
Origami-Kraniche falten

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Farbenhunger

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in all den glänzenden Reizen
den Massen, die als Leichentuch
das alte Jahr bedecken
mit Sternen, Diamanten
nicht geizen – 

fehlt mir etwas




veredit©11






Safe Creative #1101028183467

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Ene mene Mu

eine Buchneuerscheinung  ist dieser wunderbare Lyrik- und Prosaband, eine Anthologie voll zarter, bewegender, aber auch erinnernder Texte und Gedichte an der ich als Mitautorin teilhaben konnte:


und Kind bist du.

"Warum ausgerechnet dieses Buch?
Eine Frage, viele Antworten. Weil es mir gut geht und ich helfen möchte. Weil es zu viel Ungerechtigkeit und Elend gibt. Weil die einen alles haben und die anderen wenig bis gar nichts. Weil ich frei bin und andere sind versklavt. Weil ich und alle, die ich kenne, genug zu essen haben, aber entsetzlich viele Menschen verhungern. Weil es Freude macht, anderen eine Freude zu machen.

Natürlich kann ein Buch nicht wirklich das Elend der Welt nachhaltig zum Guten verändern, aber es ist ein Tropfen Hoffnung und Hilfe in einem Meer der Gleichgültigkeit. Ich machte die Erfahrung, dass oftmals bei noch so gut gemeinten Spendenanthologien, das mühsam eingelesene Geld nur zu einem kleinen Teil die eigentlich Betroffenen erhalten. Zu viele administrative Handlungen dazwischen führen zu einem jähen Schrumpfungsprozess, was uns in jüngster Vergangenheit mediengeil vor Augen geführt wurde.

Da erinnerte ich mich an Otto Tausig, der seit unzähligen Jahren seine dazuverdienten Honorare an die Entwicklungshilfe der Künstler des Entwicklungshilfeklubs spendet. Der sogar im Rollstuhl in der Wiener Oper mit dem Körberl Geld sammelte und stets betont, dass sie (der Klub) das Geld 1:1 an die Hilfsbedürftigen weiterleiten.
Sehr schnell fand sich eine wundervolle Gruppe an Autoren/innen aus verschiedenen Lyrikgruppen zusammen und wir schrieben und schrieben und schrieben …
Ich denke, wir haben ein gutes Buch gemacht, und hoffe, dass Sie viel Freude beim Lesen haben werden. Für uns wäre die größte Freude und Anerkennung, nicht den Olymp der Dichter zu erobern, sondern so viele Bücher wie möglich zu verkaufen, damit wir unsererseits das eingenommene Geld 1:1 an die Entwicklungshilfe der Künstler und den Entwicklungshilfeklub weitergeben können, die dann ihrerseits echte und direkte Hilfe den Bedürftigen angedeihen lassen.

Bitte seien Sie so großzügig und kaufen Sie noch ein paar Bücher für Freunde und Verwandte, empfehlen Sie unser Buch weiter, damit wir viel Geld einnehmen und konkret helfen können. Das ist unser Anliegen.

Kurt Rintelen, Autor"

Zum Preis von 16,90 ist das 212 Seiten starke Werk mit anspruchsvoller Lyrik und Prosa zu bestellen bei Kurt Rintelen in Wien, unter der E-Mail Adresse: rintelen@aon.at

oder über die web-site des Verlages:TD Textdesign

oder bei Amazon: Ene mene Mu und Kind bist du


Eine erste Lesung des Buches in Wien, mit dem berühmten Otto Tausig und Kurt Rintelen.
Am 15. Mai lasen Otto Tausig und KH Rintelen - der Herausgeber der Anthologie "Ene mene mu und Kind bist Du" - aus diesem soeben erschienenen Band. Der Reinerlös der Lesung floß der Entwicklungshilfe der Künstler und dem Entwicklungshilfeklub zu. Hier einige Ausschnitte:

Lesung im Literatur Café Lhotzky Literaturbüffet

Irrtum und abgeschrägter Zweck

 
















Irrtum kreist auf einem dunkelroten Tellerrand
und eine Maus haut auf die Pauke mit 'nem Fisch.
Ein gelber Falter bastelt sich aus Gips ein Flaschenpfand
und grüne Angstimpulse lesen Zeitung unterm Tisch.

Das schert den Chef des Schokoladenaufwands wenig,
er trinkt und wirft sich knarrend ins geschnürte Meer.
Doch jenseits glänzt ganz erbsig klein der König,
der ohne Zähne in dem Erbsenbett – halt irgendwer.

Aus Turmalin gedrechselt tänzeln Banderolen,
umhäkeln ruckdizuck den ganzen Sermon innen weg.
Das Einbeinzebra hätt‘ den letzten Kranz gestohlen,
ist die Geduldsschlagzeile und ein abgeschrägter Zweck.






veredit©isabella.kramer2010







Safe Creative #1003035683216

Sturmwarnung





---------------wenn die Flut kommt
---------------und das Gold
---------------dem Blei weicht
---------------die Möwen landeinwärts
---------------fliegen, Tag und Nacht
---------------sich tosend auflösen

---------------wenn der Mensch schwindet
---------------und die Grenzen
---------------neu gesteckt werden
---------------im alten Chaos
---------------zählt Zeit nichts -
---------------Worte noch weniger



---------------veredit©09






---------------Safe Creative #0911154884623

ferner Hinterhalt










die Hofspiele sind längst vorüber
der Wind schweigt im Apfelbaum

gebe meinen Sohn nicht her
gefallene Prinzipien

sehe Splitter in seinem Gesicht
heroisch bringen sie ihn mir zurück

unter den Farben der Heimat






veredit©


Safe Creative #0910134676210

versteinerte kinder - smokey mountains* II

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verloren - der letzte tropfen
perlt und gefriert
erstarrter salzglanz
windvergessen

rote augen brennen
winzige löcher
in winzige herzen

hängende schultern
glauben keinen
neuen morgen


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veredit©02.09.09

Safe Creative #0910144685431







Circa seit dem Jahr 1954 entstand am Stadtrand von Manila ein Müllberg, der, weil er fast immer brennt, „Smokey Mountain“ heißt. Es ist eine der größten Müllhalden Asiens. Hier leben und arbeiten fast 30.000 Menschen, manche Schätzungen sprechen von 100.000 Mindestens 9.000 davon sind Kinder, die den Müll nach Verwertbarem durchsuchen um sich, oder ihren Familien das Überleben sichern. Die allermeisten dieser Müllkinder sind jedoch auf sich allein gestellt. Die Arbeit unter dem beißenden Rauch verursacht zahlreiche Krankheiten wie Asthma oder Tuberkulose, an Schulbesuch ist gar nicht zu denken. Durch tropischen Regen aufgeweichte Müllberge stürzen herab und stellen eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Meist reicht der Tageserlös nicht einmal für eine Mahlzeit, darum streiten sich mit dem Ratten um den letzten Bissen im Verwesungsbrei .... 

Kinderspiel - Smokey Mountain* I














kein Spiel, von zehn rückwärts
das tiefste, tot-sichere
Versteck

wer zu früh entdeckt wird
meutert entrüstet
kämpfen um die dunkelsten Ecken

die wertvollsten Funde
im Abfall,
verloren, verlieren,
ver – ver – ver … dammt!

niemals Kind
nicht eine Sekunde
vergessen von der Welt



Safe Creative #0910054631948



Circa seit dem Jahr 1954 entstand am Stadtrand von Manila ein Müllberg, der, weil er fast immer brennt, „Smokey Mountain“ heißt. Es ist eine der größten Müllhalden Asiens. Hier leben und arbeiten fast 30.000 Menschen, manche Schätzungen sprechen von 100.000 Mindestens 9.000 davon sind Kinder, die den Müll nach Verwertbarem durchsuchen um sich, oder ihren Familien das Überleben sichern. Die allermeisten dieser Müllkinder sind jedoch auf sich allein gestellt. Die Arbeit unter dem beißenden Rauch verursacht zahlreiche Krankheiten wie Asthma oder Tuberkulose, an Schulbesuch ist gar nicht zu denken. Durch tropischen Regen aufgeweichte Müllberge stürzen herab und stellen eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Meist reicht der Tageserlös nicht einmal für eine Mahlzeit, darum streiten sich mit dem Ratten um den letzten Bissen im Verwesungsbrei ....

An der Grenze von Myanmar





Kein Schrei nach Leben war zu hören
ganz leis‘ betrat sie diese Welt.
Sie würde ihr niemals gehören,
ihr Leben würde nicht gezählt.

Aus furchtsamen Geschwisteraugen,
so etwa zwanzig an der Zahl,
beäugt, geschätzt, würd sie was taugen?
Sie glauben nicht - zu klein, zu schmal.

Man würde sie nach Thailand schaffen,
der Preis bringt Reis für viele Tage.
Dort können Kerle sie begaffen
und sie wird reich, ganz ohne Frage.

Nun ja, vier Jahre sollte sie schon sein,
vielleicht würd‘ sie den Bruder treffen.
Der ging ganz freiwillig, allein,
erhoffte Geld und reichlich Essen.

Die Kleine hält die Augen zu,
wofür sich diese Welt anschauen?
Besiegelt ist ihr Los, wozu
dem Glück des Lebens erst vertrauen?

veredit - isabella kramer 2008


Wichtige Links zu diesem Thema: http://www.stopchildtrafficking.org/site/uploads/media/deutsch/myanmar.pdf http://www.worldvision.at/