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Gartennotizen, 19. Januar 2026

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klart sich der himmel auf flutet die wintersonne durchs blattlose geäst strahlt wärmt kitzelt und lockt hervor zaubernuss  schneeglöckchen und frühen krokuss vergessen der nachtfrost - sie halten dem stand. so tun wir es auch die katze und ich eingerollt auf meinem schoß ich mit dem kaffee in der hand das wintermüde gesicht der sonne zugewandt die augen geschlossen träumen wir in den tag - ich werd' es nicht müde das ist winter wie ich ihn mag 


januar garten
aus der leere
kraft schöpfen


veredit©isabella.kramer26


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In der Dämmerung zu lesen - ein Pantum

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früh es dunkelt im november
erster schnee sacht niederfällt
dünn und dünner der kalender
nähe uns zusammenhält 

erster schnee sacht niederfällt 
zeit nach innen sich dann wendet
nähe uns zusammenhält 
vom kamin das feuer blendet

zeit nach innen sich dann wendet
nur die katze schnarcht ganz leise
vom kamin das feuer blendet
jeder träumt auf seine weise

nur die katze schnarcht ganz leise
früh es dunkelt im november
jeder träumt auf seine weise
dünn und dünner der kalender





veredit©isabella.kramer25



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Septembermelodie

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hat der september ein lied
kündet es von seiner fülle
beschreibt es lustvoll seine farben
oder leise melodisch die stille
spätsommerlicher düfte und blüten
reifer früchte in garten und feld
erwähnt es die sonnenvergoldeten wälder
pilzgefüllt, wie von mir bestellt
 
hat der september ein lied 
erzählt es bestimmt von der liebe
zu heide und himmel zu stränden ganz weit 
zu dir sowieso und der katze dazu 

ach, wenn es september nur bliebe 






veredit©isabella.kramer25




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Märznebel




märznebel

 
dick wattig schwer
aufgezwungene lautlosigkeit
pause schweigen und pause 
ich sollte es wie die katze halten
nur ein ganz bisschen leben
zwischen den pausen
und ein zwei gedichte
das muss reichen 



veredit©isabella.kramer25



Melancholie

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Melancholie

ist es die leere in den weiten die die blätter füllen kann das neue alte lied des herbstwinds der nur sehnsucht kennt und alles fegt verwirbelt fortbestand verleugnet und doch stete nähe fordert gibt ein freund vielleicht gefährte allemal den wolken die den horizont bestreichen mit november es ist die leere in den weiten die das herz so langsam schlagen lässt dass selbst das fallen müder blätter lebhaft ist grau ist der name schon sein klang bedeutet kurze tage lichlos durchdrungen melancholisch wär nicht das nahe schnurren der alte katze teeduft und der schimmer warmer kerzen


veredit©isabella.kramer24

 

 

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Gartennotizen, 1. Mai 2024

 


 

mai schon längst im april üppig überbordend verschwenderisch maiglöckchen und blühende kastanienbäume kurzzeitig einhalt geboten von den ebenso unzeitigen eisheiligen sonst hätten wir wohl weihnachten spätestens im august. und doch alles duftet betörend glyzinien strömen über und über der flieder will sich gar nicht trennen im rosmarin schläft schon eine kleiner sommertraum und selbst die katze geht mit einem mal gern in den garten. wir werden wohl alle ebenso wunderlich wie das wetter 






veredit©isabella.kramer24

Advent




Advent 


frühe dämmerung tannengrün und apfelrot duft von nüssen und frischgebackenen zimtsternen schnee seit gut einer woche im überfluss und das schnurren der katze auf meinen beinen 


goldstaub
und das wissen 
um liebe 


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Advent


early twilight, fir green and apple red, the smell of nuts and freshly baked cinnamon stars, snow in abundance for more than a week and the cat's purring on my legs


gold dust
and know that
about love



veredit©isabella.kramer23






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der lange Abschied



der lange abschied

schon zwei jahre
doch fühle ich 
dein fell
an meiner haut

den klugen
wissenden blick
deiner bernsteinaugen
direkt in meinem herzen

du fehlst mir so sehr
bist du doch stets 
bei mir




veredit©isabella.kramer23

 

 

Katzensprache





Katzensprache 


wenn blicken keine worte folgen
und doch sich eins ins andere liebt
die nähe mehr als alles wollen
die zeit zu zweit dir alles gibt
vertrauen auf geborgenheit
erspüren was der andere braucht
in ruhe und gelassenheit
ein herz ins andere eingetaucht 

so lass uns katzensprache lernen
es braucht nicht viel nur das erkennen
dass sprache auch nicht alles gibt
wenn doch sich eins ins andere liebt
....



veredit©isabella.kramer22






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Wortgeschöpf-t

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Wortgeschöpf-t

es ist das wortgeschöpf
das will ich jetzt auskosten 
dazu setz ich die silben fein
ins nebelgrau zu spinnen
die an seidenstrümpfen
weben oder ganz schlicht 
zu jener alten frau die leise
klagend immer ihre katze ruft
sie wird sie nicht mehr finden
längst schon begraben fort
doch hoffnung hält auch mich
am leben geben will ich
alle worte die ich hab
und die die morgen
kommen werden
so ist das leben
einer dichterin
auf erden



veredit©isabella.kramer22


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Annehmen

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Annehmen 


in aller stille
dunkelt sich der november 
in den advent 
aushalten und annehmen
worthülsen abstreifen und
der stille anlass geben

nur noch hier und da
ein fallendes wort 
gleich den letzten blättern
vor tropfenblinden fenstern
verweht ungehört

stiller dämmer den ganzen tag
raumfüllend das schnurren der katze 
wie ein herzschlag im nebel
pelzig wohlig hingegeben

grau in grau 
aushalten und annehmen



veredit©isabella.kramer22



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Blau fehlt

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das fehlen von blau
wäre schier unerträglich
wäre da nicht dieser 
hartnäckige kleine fleck
der sich in meinem herzen 
eingenistet hat



veredit©isabella.kramer22



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Gartennotizen - 13. September 2022




späte rosen mit kleinem rost wie sommersprossen darüber flirrendes licht verführend versprechend und herrlich lasziv unerwartete wärme durchströmt weckt erinnerungen an goldene tagen reisen südlichen gärten und überfluss die katze und ich räkeln uns auf den kleinen sonnenflecken auf dem was einst ein rasen war und fühlen uns ganz durch und durch wohlig septembrig 



veredit©isabella.kramer22 


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Gartennotizen, 9. Juli 2022





...wie kann man den sommer nicht lieben das satte duftende grün nicht wie ein rausch über sich kommen lassen auf das beste ergänzt von phloxwolken die ihren atem besonders in den weißen nächten verschwenderisch über alles legen mag draußen auch alles drunter und drüber gehen der kleine frosch plätschert gelassen vor sich hin und am grab der katze blühen die margeriten



veredit©isabella.kramer22


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Verschlafen

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Verschlafen

jede von uns beiden war
mit nur einem auge wach
heute morgen war mehr auch nicht nötig
es hätte ja doch nichts geändert
das dämmerige grau des angeblichen tages
war eh innen und außen
nur zu unserem glück regnete es
drinnen (noch) nicht so wechselten
wir vom bett aufs sofa rollten uns
nach katzenart wieder zusammen
tage wie dieser konnten getrost 
verschlafen werden


veredit©isabella.kramer22


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anhänglich

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anhänglich 


eng schmiegt sich
der wein ans haus
grad so
wie die zurückgelassene 
letzte katze
allabendlich
an meine seite 

wir brauchen
einander 
denn aus grau 
und nebel 
kriecht uns 
die einsamkeit 
unter die haut 




veredit©isabella.kramer


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mitgenommen

 


 

mitgenommen
hast du jenes stück
herz
von dem ich vor dir
gar nicht wusste
dass ich es hatte
und
es so sehr brauche



veredit©isabella.kramer21

 

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Das Rendevous

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Er würde einfach in der Sonne sitzenbleiben, wohlig die Augen zu kleinen Schlitzen gegen das gleißende Licht verschlossen und die alten Knochen an die warme Mauer geschmiegt. Wenn sie dann endlich auf ihrer allabendlichen Runde hier vorkommen würde, würde sein gesamter Plan auch noch prickelnd und aufregend werden. Da war er sich sicher. Der Duft nach Hafen war stimulierend und er würde mit ihr fischen. Der laue Wind lies die Masten der Segelboote klickern und klingeln, fast wie ein Lied aus ferner Zeit. Kennen Katzen Lieder? Natürlich, er würde es ihr schon beweisen, schließlich war er ein ganz besonderer Kater. 


 veredit©isabella.kramer21



Drabble s. Wikipedia ... "Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die Überschrift nicht mitgezählt. Ursprünglich als Fanfiction betrieben, wird sie aufgrund ihrer einfachen äußeren Form gerne von ungeübten Autoren als Einstieg in Lyrik oder Prosa genutzt. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche stellt das Schreiben von Drabbles auch für erfahrene Autoren eine Herausforderung dar. "

Brief an eine Katze

 




Brief an eine Katze
28.09.2020

schon in der anrede beginnt das große zagen
wie könnte man zu solch erhabener schönheit
einfach schnöde katze sagen
da müssten worte neu erfunden werden
welche eindeutig das bild
der göttin wiedergeben
die auf ihren samtig blauen pfoten
all die jahre uns begleitet
hat in unserem leben

die vermitteln welche klugheit in ihr wohnt
herrlichstes aller tiere du
welche eleganz du stets verbreitest welche ruh
du bist uns freundin quälgeist und gefährtin gleichermaßen
ein quell von freude weichbepelztes teilchen
gar herrlich anzufassen schon dein schnurren müsste
ein eigenes lied bekommen ganz zu schweigen
von den unvergleichlich zarten wonnen
die ein tiefer blick aus goldenen augen stets bereitet
du bist uns ein und alles und es muss ein narr sein
der solch tatsachen bestreitet




veredit©isabella.kramer2020

 

 

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