Klage





"Was sind das für Zeiten, in denen ein Gespräch über Bäume
fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele
Untaten einschließt?" 

- B. Brecht, An die Nachgeborenen




sie haben meine Birke getötet
die Freundin von meiner Seite gerissen
zerschlagen die Äste
zerschnitten ihr Stamm
wie werde ich ihren Anblick vermissen

ihr Wiegen im Westwind
ihr Frühlingsgrün
ihr weißes Gewand Jahr ein Jahr aus
ihr lichter Schatten im vollen August
ihr nächtlicher Tanz mit dem Mond

alles aus






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un/sinn

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un/sinn

worte die sich mir widersetzen
schrift die ja doch niemand liest
zerschlagene boote und nichts in netzen
der sinn meiner suche bleibt ungewiss






words that oppose me 
writing that nobody reads 
battered boats and nothing in nets 
the sense of my search stays vage








veredit©isabella.kramer16





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wir beide

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wir beide

haben
ein dickes fell bekommen
(kalt genug ist es ja)
eines das zum anderen passt

wollen wir ihn ausschlafen
den restlichen winter
tief in träumen ein
schnurrendes brummendes

fellknäuel
eines das zum anderen passt
nähe gibt und findet
sich zusammengerauft hat

auch wenn es dabei ein
zwei löcher im pelz gab
macht nichts
dort schmiegen wir uns

halt besonders eng
wir beide








veredit©isabella.kramer16




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Morgengabe

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ich schenk dir die rauen Weiten
das Bleigrau des Himmels und Meer
die Stille der treibenden Wolken
den Leuchtturm darunter wie er
sich streckt zwischen unten und oben

die Möwen die ihn stets umkreisen
die geb ich dir noch obendrauf
und Joghurt mit Sanddorn zum Frühstück

und ja - ich liebe dich auch







veredit@isabella.kramer16







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Mut

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Mut


Kontraste will ich
setzen auf Blättern


die Tarnung aufgeben
mutig den Rücken weisen

Spuren
hinterlassen
im Geäst


sichtbar sein



veredit©24.09.08





Safe Creative #1101258339689

eines meiner ganz alten doch ist aktueller denn je und so sehr ein teil von mir, dass ich es einfach noch einmal ans tageslicht holen MUSS!
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Aus roten Stunden

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aus roten Stunden wollen wir
Legenden weben tragisch voller Liebe
wie Legenden nun mal sind
die mit leiser Stimme vorgetragen
immer in der Art von Feuer enden
die das Herz sich wünscht und
der Verstand verflucht welche
Wehmut in sich tragen und
mit gutem Wein als Abgesang der Alten
klingen die da meinen alles längst gelebt
gesehen ja gefühlt und doch in roten Stunden
ihre warme Würze rückhaltlos vergeben
selbst die Haut vor Hitze glühend machen
und in Augen jene Bilder auferstehen lassen
die uns Halt und Hoffnung geben
für das Dunkel in der Welt da draußen
für den Winter unserer Liebe

wenn du fragst – so sag ich ja






veredit©isabella.kramer16





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von Außen nach Innen






lachend aus dem schnee durchgefroren ganz wirbelig von all dem getanze in zauberischen buchenwäldern den endlos fallenden flocken gelauscht den takt gefunden verloren und feuchte eisige küsse gegen deinen linken handschuh getauscht und immer und immer von dir und vom winter berauscht






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