Novemberstrand II

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der Sturm treibt graue Tage
übers Nordmeerland

in müden Farben webt sich
Wehmut in fliehende Wolken

über die leeren Strände ziehen
Kraniche rufend gen Süden

im frühen Dämmerlicht goldene
 Heimeligkeit hinter Butzenscheiben

windschützend legt sich
dein Arm um mich

wir gehen heim





veredit©04.11.10




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Alles zu seiner Zeit

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Langsam öffnete er seine grauen Augen. Sein erster Blick ging zu den drei Geschwistern – alle schliefen in ihren Betten, zwei von ihnen tief und fest. Er streckte sich und gähnte und sofort erhob sich der Wind. Er rüttelte an den Fenstern, brauste mit aller Macht um das Haus. Bunte Blätter wirbelten auf. Seine beiden Schwestern, die eine verführerisch zart, die andere selbst im Schlaf voll sinnlicher Lebenslust, würden jetzt für viele Monate ruhen. Der Bruder hingegen, räkelte sich bereits in frostigen Träumen, kurz vor dem Erwachen.

Aber jetzt war seine Zeit gekommen, voller Regen und Nebel. Der Herbst war erwacht!






veredit©isabella.kramer2010



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Drabble s. Wikipedia ... "Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die Überschrift nicht mitgezählt. Ursprünglich als Fanfiction betrieben, wird sie aufgrund ihrer einfachen äußeren Form gerne von ungeübten Autoren als Einstieg in Lyrik oder Prosa genutzt. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche stellt das Schreiben von Drabbles auch für erfahrene Autoren eine Herausforderung dar. "
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übergang

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über nordisch graue weiten
fegt ungestümer blätterraub
an seinen fersen zäher nebel
löst farben, blicke, worte auf

ins ungewiss - du fröstelst
es ist november










veredit©10




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inspiriert wurde ich zu diesem Text von dem wunderschönen Gedicht Spät im Oktober von Hermann Josef Schmitz- Danke!



ein weiteres schönes Antwortgedicht Herbstmahnung von Helmut Maier und bei den Kommentaren s.u.

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abschied

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für immer

zwei worte
ohne trost



für immer








veredit©10




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Antwortgedicht von Hermann Josef Schmitz


was bleibt
das bleibt
sagst du
ich will
das bleibt
was bleibt
für immer
bin ich
bist du
die welt
ist deine
jetzt ist
meine wieder
nicht mehr
nicht unsere
das bleibt
ist besser
glaubst du
will ich
noch nicht
das ist



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wiederkehr




zehnuhrdreiundzwanzig
die knie sind wachsweich
und im hals ein riesenstein
- wer braucht schon worte

zehnuhrvierundzwanzig
der bahnhof völlig überheizt
eiskalt und feucht die hände
- wer braucht schon hautkontakt

zehnuhrfünfundzwanzig
unter hunderten gesichtern
leuchten zwei graublaue sterne
- lang ersehnte wortlose berührung





veredit©10



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endlos












und trägt der Wind
mir flüsternd
deinen Namen zu

spielt sanft mit
meinem Haar
wie damals deine Hand

dann steh ich stundenlang
am Meer, find wie die
Wellen keine Ruh

du sagest, warte dort auf mich
und gingst – ich blieb
Sturmmöwen sterben nicht an Land







veredit©isabella.kramer10





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schattenzeit






ins grau fiel der tag
lichtlose tristesse
trübte mienen
gedanken und blicke

sprühfeine kälte
kroch ungefragt
in offene mäntel
gedanken und blicke

kampfloser abgang
den rest der dämmerung
überlassend
gedanken und blicke










veredit©15.10.10


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