hoffnungslos
am Ende
siegen immer die Drachen
das Land liegt in Asche
die Herzen sind Stein
Jahrhunderte
giftigen Schwefelodems
ätzten die Freude aus unserer Mitte
in tränenlosen Augen
kein Glaube an Anfang
nur Spanien hatte Don Quijote
veredit©08
Camino Frances
mitten durch spanien
anfang und ende sind das ziel
seelen suchend
veredit©08
Carnaval
Letzte Bitte
Das wär‘s dann bald gewesen sein,
drum schreibt mir bitte auf den Stein:
Hier ruht der Mimis letzte Asche -
Die Kleene mit der Blümchentasche
Sie reiste jedes Jahr nach Spanien
Jetzt guckt sie unter die Geranien
Ein nettes Ende fand ihr Leben
Hat viel genommen – auch gegeben
Die Gläschen hat sie nie gezählt,
sich meist das Vollste ausgewählt
Zum Lachen fand sie stets ‘nen Grund,
Vom Anfang bis zur zur letzten Stund‘
Mit Spaß gesungen, schräg und laut
Und niemals auf die Uhr geschaut
Sie war so gern in eurer Mitte
Drum gönnt ihr eine letzte Bitte:
Kommt ihr sie hier am Grab besuchen,
Vergesst bloß nicht ihren Butterkuchen!
veredit©2008
endlich wieder
fort mit den Schuhen noch im ungeduldigen Lauf
nackt bohren die Zehen sich wohlig in den Sand
die Seele befreit, steigt mit den Möwen hoch hinauf
das Spiel der Wellen rollt mir die erste Muschel zu
kostbares Kleinod für lange meeresferne Tage
die Stirne klärt sich, alle Unrast kommt zur Ruh,
kein Wunsch mehr offen, keine ungelöste Frage
des Meeres Macht - das seit Äonen tosende Gegischt
mit donnernder Gewalt am Fels zerschellt
salzfeuchter Atem kühlt mein hitziges Gesicht,
wie hat des Windes Freiheit mir gefehlt
der schroffen Felsen schwarz gebleckte Zähne,
den Schlund geöffnet für den nächsten übergroßen Schluck
Schaumrösserflug mit weißen, windgepeitschten Mähnen
Poseidons Jagd holt sich ihr Recht zurück
im flüssig Gold von längst versunkenen Schätzen
die tiefen Sonne umschlingt den Horizont,
vage Verheißung - das blaue Band der dunklen Küste weit im Westen
für solchen Blick hat alles Warten sich gelohnt
Voreilig
Eins zwei drei - mit kleinen Schritten
Vorsichtig und noch mit Schal,
kommt der Frühling um die Ecke
bibbernd, zäh, doch unbeugsam.
Viel zu früh, lässt er nicht gelten.
Was er anfängt, wird vollbracht.
Schließlich hat mit tausend Trieben,
er viel Mühe sich gemacht.
Was scher‘n ihn Kalendertage.
Sonne raus! Dann flugs ans Licht
mit der ganzen Kinderplage,
Stubenhocken gilt da nicht.
Das so früh kein einzig Bienchen,
kann nicht seine Sorge sein.
Blümchen: Kopf hoch! Nettes Mienchen!
Summen bringt nur Scherereien!
Frisch Gekühltes hält sich länger,
Ostern ist gar zeitig schon -
Horch! Die ersten Frühlingssänger,
Treffen schon den richtigen Ton!



